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Fotos: Public Possession
Unterstützung von Public Possession als Künstler Duo
Kunst
seit 2018
Public Possession, Amiraplatz 3, München

Valentino Betz, Marvin Schuhmann

Public Possession begleitet schon lange die Stiftung Federkiel. Sie begannen als Musiklabel, dessen vielfältige Interessen jedoch über das reine Veröffentlichen von Musik hinausgingen. Durch das Verfassen von Slogans, die Gestaltung eigener Grafikdesigns, Post-Internet-Ästhetik und Aneignung schaffen sie nicht nur eine außergewöhnliche Marke, sondern auch eine künstlerische Praxis. Es gelingt ihnen, Kunst auf unaufdringliche Weise unter Menschen zu verbreiten, die mit Popkultur, Euro-Trash und Konsumismus aufgewachsen sind, aber Spaß daran haben, mit Freunden zusammen zu sein und neue kennenzulernen.

Einer der Schlüsselmomente, in denen sich Public Possession als künstlerisches Duo zeigt, ist das Erschaffen von Slogans. Als schnelle Abkürzungen zum Wesentlichen — und zu dem, was uns zumal peinlich ist und was wir uns nicht trauen auszusprechen.

WOW – World Of Wisdom, zum Beispiel. „World of Wonders“ wird hier zu World Of Wisdom – dedicated to the magic of human mind. Archiving individual thoughts for a better understanding of life on earth. Neben der Möglichkeit, über ihre Website Textnachrichten zu schicken, ist WOW auch der Titel einer Publikation, in der diese Nachrichten gesammelt werden. Alles ist erlaubt – die einzige Bedingung: „Think before we print.“

Archivieren ist eine Sache, aber ihre Vermittlung ist eine andere. Ein Archiv, das nicht erklärt, sondern als Identität für sich selbst funktioniert, ist eine Herausforderung – und eine Notwendigkeit, die es zu erfüllen gilt. Auf diese Weise sind in über bereits zehn Jahren gemeinsamer Arbeit zwei umfassende Kataloge entstanden, die zahlreiche Poster, Skizzen, Texte, Notizen und Fotos der letzten Jahre dokumentieren. Offenes Ende ist ein grundlegendes Merkmal von PP, und so funktionieren auch diese Kataloge. Vor allem der zweite, aus dem Jahr 2023. Ohne Seitennummerierung, mit einer scheinbar willkürlichen Anordnung des Materials…

Im Laufe der Aktivitäten von Public Possession sind auch einige Ausstellungen entstanden.

So zum Beispiel wurde anlässlich der Veröffentlichung des ersten Katalogs (2018) in der Stiftung Federkiel, kuratiert von Jörg van den Berg, eine Wand mit Plakaten, ein Tisch mit Katalogen und vier gerahmte Poster als eigenständige Arbeit installiert. Einen Beitrag dazu finden Sie hier.

Im Begleittext „kamikaze anchovy“ von Olaf Nicolai (Katalog 01) findet sich ein treffender Verweis – nicht nur auf eine ihrer früheren Ausstellungen „Buy one get zero for free“ (The Kassenzettel Exhibition, Galerie Heitsch, 2016), sondern auch auf die künstlerische Praxis von Public Possession als Duo. Das Begleitwort stellt ein Gespräch zwischen zwei Personen dar, die im Supermarkt einkaufen und über die Bedeutung unbekannter Lebensmittelbezeichnungen nachdenken… In einem Stream kommen sie schließlich zu einem Ergebnis und rufen dazu auf: „time to get move on“. Im Katalog 02 („Where am I?“) kann man einen Blick in die Dokumentation dieser Ausstellung werfen.

Stiftung Federkiel konnte in Zusammenarbeit mit Public Possession außerdem die Publikation (Vinyl und Buch) von Olaf Nicolai “In the woods there is a bird; his song stops you and makes you blush.” herausgegeben, welche den Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst 2017 bekommen hat. Einen Beitrag dazu finden Sie hier.

Public Possession schafft Gemeinschaft. „To convert a place into a state of mind“ gelingt ihnen nicht nur durch ihre spezifische Markenidentität, sondern durch den Mut, sich in neue Räume vorzuwagen – Räume, die durch Kommunikation überhaupt erst entstehen.

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